embei hat geschrieben: 30 Jan 2026, 16:42
für mich war das hier auch schwer zu greifen und irgendwie nicht schlüssig. Jetzt hat mich die Meldung beim Kicker auf eine Idee gebracht, die ich bisher noch gar nicht hatte: Er hatte zwar das Angebot von Zürich abgelehnt, hat jetzt aber ein neues Angebot von jemand anderes bekommen, der durch die Meldungen wach geworden ist.
Der Kicker schreibt nämlich sinngemäß, dass er Anfang der Woche ein Angebot von Zürich abgelehnt hat und nun zwei Tage später wieder einen Wechselwunsch eingereicht hat.
Und das völlig unklar sei, wohin es ihn zieht
Lulli hat geschrieben: 30 Jan 2026, 15:09
Bitte schon mal das Wort Kapitän aus der Überschrift nehmen.
Danke.
Und von mir aus gleich unter unsere Ex, oder einem neuen Thread : Die größten Arschlöcher die je für Eintracht gespielt haben, verschieben.

Haha, ich musste wirklich lachen, als ich den Kommentar von @
Lulli gelesen habe. Das nenne ich doch mal eine richtige Aufgabe und Herausforderung für die Admins/Mods, oder nicht??
Aber im Ernst: Ich bin jetzt doch ziemlich baff (und gleichermaßen enttäuscht), dass Köhler nun doch noch (und so extrem spät) den Wechselwunsch gegenüber BK und HB geäußert hat. Und ich glaube auch nicht, dass, wie @
embei in seinem Beitrag vermutet, hier noch ein
dritter Verein eingestiegen ist. Zwar kann man in diesen Zeiten ja nie sicher sein, aber ich denke, dass HB bei Einsteigen eines neuen Vereins sein Statement in der Pressekonferenz dann doch - zumindest leicht - dahingehend angepasst hätte. Ich gehe davon aus, dass Sven Köhler hier wohl Eintrachts Verantwortliche zunächst in dem Glauben ließ, er werde trotz des Interesses von Grashoppers Zürich bei Eintracht bleiben, nur um dann am Donnerstagabend doch noch seinen Wechselwunsch zu äußern.
In meinen Augen sehen hier
beide Parteien nicht besonders gut aus. Köhler sowieso - zum einen, weil er die Anfrage von Grashoppers Zürich, ob er bereit wäre, während der Saison zu wechseln, positiv beantwortet hat, obwohl er Kapitän ist und damit
eigentlich dem Verein und dem restlichen Team gegenüber eine ganz besondere Verantwortung hat.
(Wie war das doch gleich nochmal damit, dass der Kapitän als Letzter von Bord geht?). Zum anderen natürlich, weil er seinen Wechselwunsch erst dermaßen spät geäußert hat - und das offenbar, nachdem er die Verantwortlichen von Eintracht vorher etwas anderes glauben ließ. Aber auch die Verantwortlichen von Eintracht machen hier in meinen Augen überhaupt keine glückliche Figur. Sky informierte ja bereits am Dienstagmorgen recht detailliert über die Situation und scheint damit (entgegen allen anderen Annahmen und Aussagen) ja durchaus richtig gelegen zu haben. Und auch, wenn es mir nicht gefällt, muss ich Florian Plattenberg von Sky ein Kompliment dafür machen, dass er dann ja doch keine "Ente" in die Welt gesetzt hat, sondern offenbar tatsächlich verlässliche Quellen hatte.
Nachdem die Meldung einmal an die Öffentlichkeit gelangt ist, wäre es meiner Ansicht nach nicht nur sinnvoll, sondern sogar
unbedingt notwendig für die Verantwortlichen von Eintracht gewesen,
umgehend eine Klärung der Situation herbeizuführen und (möglichst zusammen mit Köhler, zur Not aber auch ohne ihn) innerhalb
von (maximal) zwei Tagen ein klärendes Statement abzugeben – dabei wäre es noch nicht einmal entscheidend gewesen, wie genau der Inhalt dieses Statement gewesen wäre.
Aber was machten die Verantwortlichen von Eintracht stattdessen? Dazu schreibt die
BZ in ihrer heutigen Ausgabe:
"Der Klub machte, was er in vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit häufiger gemacht hat: Er igelte sich ein, wartete ab und führte Gespräche. Mit Zürich und mit Köhler". Und weiter, dass bei einem ersten Austausch das Angebot der Schweizer zu niedrig gewesen wäre, um einen Transfer für die Eintracht vertretbar zu machen, und dass, da Köhler bis dahin keinen konkreten Wechselwunsch geäußert hatte, sich beide Seiten intern darauf geeinigt hätten, dass Köhler bei der Eintracht bliebe. Dies hätte so bis Donnerstagnachmittag gegolten. Was sich bei Köhler dann zwischen Donnerstagnachmittag und Donnerstagabend verändert hätte, sei nicht ganz klar. Vielleicht hätte er in den Tagen zuvor verfolgt, was in den Sozialen Medien über seinen möglichen Abgang geschrieben wurde und gemerkt, dass sein Rückhalt bei den Fans mehr und mehr schwand, dass er sich möglicherweise nicht mehr erwünscht fühlte und dass er deshalb zu dem Entschluss gelangt sei, die Alternative aus der Schweiz vorzuziehen. Und dass es nicht unwahrscheinlich sei, dass seine Berateragentur parallel dazu intensiv auf ihn einwirkte, um
"die nächste Eskalationsstufe im Verhandlungspoker zu zünden".
Wenn sich das tatsächlich so abgespielt hat, dann müssen sich die Verantwortlichen von Eintracht auf jeden Fall auch deutliche Kritik für das
"Einigeln und Abwarten" gefallen lassen. Da die einzige Reaktion der Verantwortlichen in dem dürren Statement bestand, dass Köhler keinen Wechselwunsch bei Eintracht hinterlegt habe und (somit) bliebe, sollten die Verantwortlichen nicht überrascht sein, dass sie nun Dinge wie
Naivität, ungenügende Kommunikation und
unzureichendes Krisenmanagement vorgeworfen bekommen.
Ich finde zwar, dass BK
generell einen guten Job macht und denke, dass es
normalerweise gut und richtig ist, Statements zu bevorstehenden Neuverpflichtungen oder Abgängen erst abzugeben, wenn alles "unter Dach und Fach" ist, aber
in diesem speziellen Fall wäre eine frühere Klärung der Situation oder zumindest ein früheres
offizielles Statement extrem wichtig gewesen. Damit hätte man, je nach Lage der Dinge, …
a)
(wenn Köhler sich den Verantwortlichen gegenüber bereits zu einem Verbleiben bei Eintracht bekannt hatte)
-> die Situation bei den Fans entschärfen und einem evtl. (und inzwischen ja leider auch eingetretenen) Sinneswandel von Köhler vorbeugen können
bzw.
b) (
wenn Köhler sich den Verantwortlichen nicht klar zu einem Verbleib bei Eintracht bekannt hatte)
-> die Meldung von Sky (zumindest in Teilen) bestätigen können, gleichzeitig aber mit dem nüchternen Verweis auf andauernde und fortschreitende Verhandlungen, die entweder zum Verbleib oder zum Wechsel Köhlers führen könnten, die vielen Spekulationen und das Hochkochen von Emotionen zumindest etwas verringern und die Entwicklung zu einem unwürdigen Possenspiel vermeiden können
Last but not least: Nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war, dann die Stellungnahme zu diesem Thema
dem Trainer in der PK vor dem bevorstehenden Spiel zu überlassen, wurde (und wird) dieser besonderen Situation nicht gerecht. Letztlich stehen nun alle als Verlierer da, egal, wie die Sache weitergeführt wird und zu Ende geht. In meinen Augen hat hier eine von Anfang an unschöne oder zumindest
unglücklich gelaufene Situation durch ein unprofessionelles Handling bzw. durch das "Nicht-" oder zumindest "Nicht-Ausreichend-Reagieren" von Eintrachts Verantwortlichen zusätzlich einen schalen Beigeschmack erhalten.