Nordkurve hat geschrieben: 25 Sep 2026, 16:45
Bei YouTube kann man die Diskussion der Spitzenkandidaten Strauss, Schmidt, Kohl und Genscher vor den Bundestagswahlen in den siebziger und achtziger Jahren noch einmal anschauen. Da ging es auch hoch her. Aber niemand ist persönlich geworden oder unsachlich, es ging um den kontroversen Austausch von Argumenten. Leider sind uns diese politische Kultur und das gemeinsame Einstehen der Demokraten für Deutschland abhanden gekommen. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber jemand, der wie ich
diesen Umgang miteinander erlebt hat, bekommt das Gruseln bei Reden von Alice Weidel oder Beatrix von Storch. Es ist ein echter Sittenverfall. Nur schade, dass diese Feststellung überhaupt nichts mehr nützt. Ebensowenig wie der Wunsch nach Austausch von Sachargumenten. Aber Deutschland ist zu schön, um es den Braun-Blauen zu überlassen.
Das ist eines der Hauptprobleme der Afd, und für mich sieht es so aus, dass das andere das ist, dass sie sich nicht von ihrem radikalen, rechts-braun versifften Anteil des Personals trennt. Dann wäre es eine rechts-konnservative Partei, mit deren Zielen man ja nicht einverstanden sein muss, die aber bei entsprechender Ausrichtung und Kompromissbereitschaft zur konservativen Mitte hin kompatibel und somit mit einer konservativen Union koalitionsfähig wäre. Die verlangen nur von den anderen Parteien, dass diese sich mit ihren radikalen Teilen arrangieren, anstatt sich selbst von diesen zu trennen. Wenn sie dahin kämen, hätte der Wähler eben auch eine Wahl, zwischen Links, Mitte, Rechts, das würde sich dann aus den Ergebnissen herauskristallisieren. So werden wir die nächsten Jahre weiter diesen Eiertanz erleben, den wir jetzt bereits haben, und das möglicherweise auch im Bund. Die Frage ist, ob sie überhaupt in die Verantwortung wollen, oder ob sie auf diese Art und Weise genau das haben, was ihnen angenehm ist, sie können es vertuschen, dass sie keine Lösungen haben und sich weiter in der Opferrolle aalen, "mit uns will ja keiner", und damit auf Stimmenfang gehen, solange, bis genögend Leute auf ihre billige Masche hereingefallen sind. Leider gibt es einen (deutlich zu hohen) Anteil in der Bevölkerung, die dieses plumpe Spielchen nicht durchschauen, Vorbild USA. Helfen kann uns nur, wenn sie jetzt ihren Zenit erreicht haben und dann eine Menge Leute feststellen müssen, dass sie nicht auf die Chefsessel kommen, sodass der Trend wieder abebbt, oder sie werden selbst gescheit, passen sich den Umgangsformen an und trennen sich von ihren Giftanteilen. Gute N8